Biographie de Samy Deluxe

Samy Deluxe

Samy Deluxe

La biographie
Samy Deluxe

Egomanie erweist sich im Rap-Game nicht unbedingt als Karrierehindernis. Samy Deluxe macht's vor und setzt sich - noch mindestens drei Stufen cooler als "cool as fuck" - auf den selbst gezimmerten Thron. Seit Beginn seiner Laufbahn mit der Veröffentlichung von Dynamite Deluxes "Deluxe Soundsystem" wird er deswegen aus der Hip Hop-Community angefeindet. Sell Out-Vorwürfe sind an der Tagesordnung. Samy Deluxe, der mittlerweile zu den kommerziell erfolgreichsten deutschen Rappern zählt, kratzt das, wenn überhaupt, nur wenig. Er reagiert mit der Maxi "Hab Gehört" auf sämtliche Gerüchte um seine Person. Fazit: "Die meisten Leute labern zu viel Scheiße." Punkt? Ausrufezeichen!


Samuel Sorge kommt am 19. Dezember 1977 als Sohn einer deutschen Mutter zur Welt. Der aus dem Sudan stammende Vater verlässt sie, als Klein-Samy zwei Jahre alt ist. Die Familie siedelt von Barmbeck nach Hamburg Eppendorf um. Samy rebelliert. Als schwieriger Schüler findet er einzig in der Musik ein wenig Ausgleich. Er schreibt, beeinflusst vom amerikanischen Hip Hop, den er sich in die Ohren drückt, eigene Texte und entwickelt früh ein Talent für aggressive Freestyles. Die Fülle an verwendeten Metaphern und seine komplexen Reimstrukturen lassen ihn zu einer fixen Größe am deutschen MC-Himmel aufsteigen. Er ist zunächst mit seiner eigenen Gruppe No Nonsens aktiv. Ungezählte Features, darunter Gastauftritte bei Freundeskreis, den Stieber Twins, Main Concept, Eins Zwo, Ferris MC, den Beginnern, Das Bo und Fünf Sterne Deluxe festigen seinen Ruf.

Mit DJ Dynamite und Tropf schließt sich Samy zu Dynamite Deluxe zusammen. Das Trio veröffentlicht auf Eimsbush Records "Deluxe Soundsystem". Samys Solo-Debüt "Samy Deluxe" folgt im Jahr 2001. Auch hier findet sich (neben Mixwell) Deluxe-Kollege Tropf an den Reglern ein. "Samy Deluxe" erntet Lob für den Flow; für Beats und Texte muss sich Sam Semillia allerdings stellenweise Kritik gefallen lassen. Das Storytelling wird bedauerlicherweise in die zweite Reihe verwiesen. Zu Unrecht, wie man an den Stellen, an denen es doch mal zum Zuge kommt, schreien mag: Das bereits erwähnte (von Sleepwalker produzierte) "Hab Gehört" schließt mit einem ausgesprochen amüsanten Juice-Diss, der in der Beziehung des Hip Hop-Magazins zu Samy noch lange schwärt. Die Single "Weck Mich Auf" hält sich mehrere Wochen in den Media Control-Charts, wird mit Gold ausgezeichnet und bringt Samy einen Echo, den VIVA-Comet und einen MTV-Award ein.

Insgesamt überwiegen auf "Samy Deluxe" allerdings, ebenso wie auf "Deluxe Soundsystem", die Battlestyles - was auf die Dauer ein wenig nervt, denn irgendwann weiß auch der hinterletzte Provinzler, dass Samy der Beste, Größte, Schönste, Bekiffteste undsoweiterundsofort ist. Zum einen hängt diese Attitüde mit seinem gesunden Selbstbewusstsein zusammen, auf der anderen Seite aber auch mit Samys Ansicht, die Diskrepanz zwischen Inhalt und Flow bei Tracks, in denen ausschweifende Geschichten erzählt werden, sei einfach zu groß. Nun denn, in diesem Fall ist auch in Zukunft einiges vom Format "Fuk DJ Toemack" zu erwarten.

Ausgangspunkt dieser Anekdote bildete der Auftritt Samys bei der Echo-Preisverleihung. Dort hielt er ein Schild mit der Aufschrift "Fuck DJ Tomekk" in die Höhe, der Anfang war gemacht. Glaubt man Samys Version, so habe Tomekk bei einem Remix für Jay-Z einen Beat von Deluxe-Kumpan DJ Desue geklaut und als seinen eigenen ausgegeben. Ob und wie viel davon der Wahrheit entspricht, kann kann wohl nur unter Einbeziehung des Den Haager Kriegsverbrecher-Tribunals herausgefunden werden. Fakt bleibt der durch diese Fehde enorm gesteigerte Unterhaltungsfaktor im deutschen Hip Hop.

Nach gemeinsamer Arbeit am afro-deutschen Projekt Brothers Keepers und einer Kollaboration mit KC Da Rookee, D-Flame und DJ Desue unter dem Alias Four Fists heben Afrob und Samy Deluxe ASD aus der Taufe. Ursprünglich ist ein Trio mit Ferris MC angedacht. Die Blunt Brothers bleiben allerdings im Planungsstatus hängen. Nicht so ASD: "Wer Hätte Das Gedacht?" erscheint 2003. Afrob und Samy setzen größtenteils auf amerikanische Beats. Diamond D und die Teamsheet Productions aus Philadelphia sind involviert. ASD funktioniert nur bedingt. Die Qualitätsunterschiede zwischen Samy und Afrob stellen sich als unüberbrückbar heraus. Die maßlose Überlegenheit des Hamburgers gereicht dem Projekt nicht zum Vorteil.

Ebenfalls 2003 gründet Samy unter dem Dach von EMI sein eigenes Label Deluxe Records sowie dessen Unterabteilung Hamburgs Finest, die sich dem Vertrieb von Mixtapes via Internet widmet. Neben dem ersten Signing auf Deluxe Records, den Headliners, umfasst "Hamburgs Finest Vol. 1" auch einen Freestyle von Kool Savas. Die Szene nimmt diesen Umstand verwundert zur Kenntnis, herrschte doch bisher die Ansicht, Samy und der King seien sich gar nicht grün.

Im darauf folgenden Jahr macht Samy mittels zweier Featureparts von sich reden: Gemeinsam mit Christina Milian veröffentlicht er "Dip It Low". Auf Melbeatz' "Rapper's Delight" ist er - wieder gemeinsam mit Kool Savas - in "OK!" zu hören. Wenn die beiden größten Styler der deutschen Rap-Szene gemeinsam unterwegs sind, wird nicht gekleckert, dann wird geklotzt: Das zugehörige Video drehen die beiden in der Geburtsstadt des Hip Hop, in New York.

Samys zweites Soloalbum, "Verdammtnochma!", folgt im August 2004. Mit der ersten Singleauskopplung meldet sich Samy mehr als eindrucksvoll "Zurück". Neben Afrob gehen hier J-Luv, Vibe, Charnell und die Labelkollegen von den Headliners an den Start. Deutsche und amerikanische Produzenten sorgen für die Beats: Tropf, Dynamite, Diamond D und Desue fallen unter die Verantwortlichen. Die für Ende 2004 angesetzte Tour wird aufgrund des Erfolgs zu Beginn des Folgejahres um etliche Termine verlängert. Illo, Charnell und die Headliners supporten den Wickeda MC auf den Bühnen des Landes.

Zwischendurch schiebt Samy "Hamburgs Finest Vol. 2" sowie ein Solo-Mixtape ("So Deluxe, So Glorious") ein. Letzteres featuret DMX und demonstriert die Wiedervereinigung mit Eizi Eiz und Das Bo, den alten Mongo Clikke-Gefährten. Samy Deluxes zehnjähriges Bühnenjubiläum wird am 19. Juni 2005 mit einem Konzert in den Hamburger Docks abgefeiert. Die Stieber Twins, Dendemann, die Beginner und Kool Savas sind an Bord.

Im November 2005 erscheint "Deluxe Records - Let's Go", unter Beteiligung von Illo und den Headliners eher ein Label-Sampler als Samys drittes Soloalbum. Mit Beats von Kaos, Tropf, Rob Easy und Phrequincy ist für mächtige Vielfalt gesorgt. Gastauftritte von J-Luv und Kool Savas kommen ebenfalls gut an. "Let's Go" markiert einen mehr als gelungenen Startschuss für das junge Label Deluxe Records.
TERMINE
28.07.07
Southern Vibes Festival

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